repräsentative Bürger mit aufgepeppter Pisspottfrisur

Wie kommen eigentlich die ganzen Wahlumfragen zustande? Da werden immer so an die tausend angeblich repräsentativ ausgewählte Personen befragt. Also bei mir hat noch nie einer angerufen und mir die Sonntagsfrage gestellt. Ich kenne auch keinen, der jemals angerufen wurde und gefragt wurde, was er wählen würde, wenn denn am nächsten Sonntag Wahlen wären. Kennt überhaupt jemand jemandem, der mal von jemandem gehört hat, daß er von jemandem weiß, dem mal diese Frage gestellt wurde?
Wahrscheinlich wurden schon vor Jahrzehnten eintausend repräsentative Personen gezüchtet oder einfach dem durchschnittlichen Genpool entnommen, die nun den ganzen Tag von verschiedenen Instituten angerufen werden und immer und immer wieder diese eine Frage beantworten müssen.
Vielleicht sind meine Bekannten und ich einfach nicht repräsentativ genug für diese Meinungsforschungsinstitute? Wie wird man eigentlich ein repräsentativer Bürger? Muß man sich eine schlechte, aufgepeppte Pisspottfrisur zulegen wie Frau Merkel und einfach häßlich sein wie der Rest der Politiker? Also mit einer Lidl-Klappbrille könnte das vielleicht klappen, daß ich endlich ein repräsentativer Bürger werde.

 

5 Kommentare zu repräsentative Bürger mit aufgepeppter Pisspottfrisur

  1. Herr Herrner:

    Meine Freundin wurde vor der letzten BT-Wahl mal von emnid angerufen. Hat auch brav geantwortet. Die habe, glaube ich, nach der Sonntagspartei und nach dem bevorzugten Kandidaten gefragt.

  2. zenzizenzizenzic:

    Hört, hört…und was macht Ihre Freundin nun so repräsentativ, Herr Herrner?
    Also einer Geschlechtsumwandlung werde ich mich aber nicht unterziehen, nur um repräsentativ zu werden.

  3. Herr Herrner:

    Kann ich auch nicht sagen. Sie hatte damals einen Telefonanschluss und stand auch im Telefonbuch. Das muss wohl gereicht haben. (Nein - ich glaube, sie haben auch Daten wie Alter, Geschlecht, Beruf etc. abgefragt).
    Gut, dass sie nicht mich erwischt haben. Ich sabotiere schon die Marktforschung, wo ich sie treffe, und ich hätte am Telefon vermutlich auch “FDP” und “Westerwelle” gesagt.

  4. Neo-Bazi:

    Die Politiker bilden sich unerklärlicherweise ein, dass es kein wirksameres Mittel gäbe, die Wählermassen zur Begeisterung hinzureißen, als ihr eigenes Porträt, das Bild eines verächtlichen Phrasendreschers, zu präsentieren. Welch geheimnisvolle Anziehungskraft trauen sie diesem Gesicht zu, in dem sich alle menschlichen Gemeinheiten und Hässlichkeiten widerspiegeln, diesen Zügen, die nichts als Niedrigkeit, Verlogenheit und alle physiognomischen Kennzeichen der Falschheit, der Habgier und des betrügerischen Eigennutzes offenbaren? (Nadar)

  5. zenzizenzizenzic:

    Einen Telefonanschluss habe ich auch…allerdings stehe ich nicht im Telefonbuch…aber ich dachte eh, die Nummern werden durch Zufall ermittelt. Zumindest behaupten das die doofen Call-Center, die hier sonst hin und wieder mal anrufen und mir was verkaufen wollen. Die stauche ich aber am Telefon immer so zusammen, daß die wahrscheinlich den Rest des Abends keinen mehr anrufen werden. Und ich würde mir erstmal die lange Liste der Parteien, die zur Auswahl stehen, vorlesen lassen, dann nochmal und dann fragen, wie die Partei an achter Stelle von unten heisst…ach, nee, die dann doch nicht und mich dann für die Zentrumspartei und für von Papen oder Schleicher als Kandidat entscheiden…also am besten einen Agenten eine Stunde oder länger aufhalten. Die werden doch sicher pro erfolgreicher Abfrage bezahlt. Das versaut dann den Stundenlohn. Ich finde die ganzen Umfragen eh grenzwertig…als ob die Bundesrepublik eine Demoskopie und keine Demokratie sei.

    Herr Neo-Bazi, der Mitleidseffekt allein kann es ja nicht sein, auf den die Politiker mit der Veröffentlichung ihrer Hackfressen abzielen. Wenn man sich allerdings mal die Mitreisenden in der U- oder S-Bahn anschaut, so diese denn fahren und nicht in die Luft gebombt werden, dann wird man auch durchaus einige Mitreisende mit optischen Politikerqualitäten entdecken. Allerdings findet man in der Politik schon gehäuft den Mut zur Hässlichkeit. Aber vielleicht ist das eine Art Einstellungsvoraussetzung wie man z.B. homophil sein sollte, wenn man bei Homo & Mauritz arbeiten möchte (als Mann, als Frau sollte man wohl eher mit einer Mohrrübe und einem Glas Wasser pro Tag als Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr auskommen). Wie Sie merken, habe ich keinerlei Vorurteile.

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